Fachanwalt für Familienrecht in Bonn

Ob Scheidung, Unterhalt oder Sorgerecht: Die Rechtsanwaltskanzlei von Preuschen in Bonn berät und vertritt Sie bei allen Fragen rund um das Familienrecht. Unsere langjährige Erfahrung sowie der Titel »Fachanwalt für Familienrecht« bürgen für qualitative Rechtsberatung.

Bei dem Begriff Familienrecht denkt man unweigerlich zunächst an Trennung und Scheidung. Tatsächlich ist das Scheidungsrecht ein sehr wichtiger Bestandteil des Familienrechts, welches jedoch weitaus mehr Fragen des menschlichen Zusammenlebens regelt.

Das Familienrecht ist ein Teilgebiet des Zivilrechts, das die Rechtsverhältnisse der durch Ehe, Lebenspartnerschaft, Familie und Verwandtschaft miteinander verbundenen Personen regelt. Darüber hinaus regelt es aber auch außerhalb der Verwandtschaft bestehende gesetzliche Vertretungsfunktionen: Vormundschaft, Pflegschaft und rechtliche Betreuung.

Die Schwerpunkte der familienrechtlichen Tätigkeit unserer Kanzlei in Bonn sind:

  1. Scheidung
  2. Ehevertrag
  3. Unterhalt
  4. Sorgerecht

1. Scheidung

Anwalt Familienrecht Bonn - Scheidung Eine Trennung oder sogar Scheidung stellt alle Beteiligten vor erhebliche Herausforderungen. Bspw. sind nach erfolgter Trennung auf einmal zwei Haushalte zu führen und der zuvor kostensparende Synergieeffekt fällt weg. Bei Kindern muss eine funktionierende Umgangsregelung gefunden werden. Im Vorfeld einer Trennung und Scheidung sollte daher zunächst die Situation mit einem Scheidungsanwalt besprochen werden, um abzuklären, welche Probleme auftreten können und zu klären sind.

Die Scheidung selber kann in der Regel erst nach Ablauf des sog. Trennungsjahres erfolgen, wobei der Scheidungsantrag nur durch einen Rechtsanwalt vor dem zuständigen Amtsgericht/Familiengericht eingereicht werden kann. Nutzen Sie unsere langjährige Erfahrung als Rechtsanwälte und Fachanwalt für Familienrecht in Bonn, um Ihre Scheidung erfolgreich vorzubereiten und durchzusetzen.

Scheidung ohne Trennungsjahr?

Der Grund für das Trennungsjahr ist der, dass die Eheleute es auch wirklich ernst meinen und sich der Scheidungswunsch verfestigt hat (Zerrüttung). Welche Möglichkeiten gibt es nun, um das Erfordernis des Trennungsjahres zu umgehen, wenn es schnell gehen soll? Zunächst sieht das Gesetz die sog. Härtefallscheidung nach § § 1565 II BGB vor, wenn es einem Ehepartner überhaupt nicht mehr zumutbar ist, an der Ehe festzuhalten. Ein solcher Härtefall wird jedoch nur selten von den Gerichten angenommen, weswegen hier zuvor eine umfassende Prüfung durch einen Fachanwalt für Familienrecht erfolgen sollte.

Weitaus erfolgsversprechender ist dagegen eine sog. Scheidung nach ROM 3. Hierbei handelt es sich um die gängige Kurzform der EU Verordnung Nr. 1259/2010. Diese sieht u.a. vor, dass für Eheleute die Möglichkeit besteht, sich auf das Scheidungsrecht eines Landes zu einigen, welches ein Trennungsjahr nicht vorsieht. Diese Rechtswahlmöglichkeit besteht u.a., wenn ein Ehepartner zum Zeitpunkt der Rechtswahl die entsprechende Staatsangehörigkeit hat.

Scheidung ohne Trennungsjahr – Zum Beispiel so:

Die Ehefrau verfügt neben der deutschen auch über die russische Staatsangehörigkeit. Das russische Scheidungsrecht verlangt nicht die Einhaltung eines Trennungsjahres. Die Eheleute können sich daher grundsätzlich darauf einigen (Rechtswahl), dass ihre Ehe nach russischem Recht geschieden werden soll. Die Scheidung kann dabei dennoch vor dem zuständigen deutschen Familiengericht eingereicht werden. Es wird dann nur geprüft, ob die Scheidungsvoraussetzungen nach russischem Recht vorliegen. Diese sollten durch einen Anwalt für Scheidungsrecht in dem Scheidungsantrag ausführlich dargelegt werden.

Scheidung: Der Zugewinnausgleich

Das deutsche Scheidungsrecht sieht im Scheidungsfall einen Zugewinnausgleich vor, sofern die Eheleute im gesetzlichen Güterstand leben (keine Gütertrennung etc.). Dieses Konstrukt ist in der Welt nahezu einzigartig und beruht auf der Annahme, dass der Ehepartner für den Vermögenszuwachs des anderen belohnt werden soll.

Zugewinnausgleich bedeutet konkret, dass derjenige Ehepartner einen Anspruch auf Ausgleich hat, der während der Ehe weniger Vermögen in der Zugewinngemeinschaft erwirtschaftet als der andere. Außergerichtlich sollte durch einen Anwalt für Scheidungsrecht bei Einreichung der Scheidung der sog. Auskunftsanspruch geltend gemacht werden.

2. Ehevertrag

Anwalt Familienrecht Bonn - EhevertragIm Gegensatz zu Frankreich existiert in Deutschland kein rechtliches Konstrukt der „Ehe auf Probe“. Vielmehr wird diese regelmäßig in dem berechtigten Glauben eingegangen, dass sie tatsächlich ein Leben lang halten wird. Leider entspricht diese Vorstellung nicht den tatsächlichen Verhältnissen. So wird immer noch ca. jede dritte Ehe in Deutschland geschieden.

Mit Trennung und Scheidung stellt sich dann die Frage, wie das Vermögen der Eheleute aufzuteilen ist, ob und in welcher Höhe Unterhaltsansprüche oder Versorgungsansprüche bestehen, etc. Dies führt oft zu familiengerichtlichen Streitigkeiten mit einhergehenden Belastungen für alle Beteiligten.

Bis zu einem gewissen Grad besteht jedoch die Möglichkeit, durch eine frühzeitige Regelung in einem Ehevertrag derartige Probleme zu vermeiden. Im Hinblick auf die durch den Ehevertrag geregelten Punkte besteht anschließend für beide Seiten Rechts- und Planungssicherheit. Der Ehevertrag bietet den Eheleuten die Möglichkeit, eine für beide Seiten faire und den konkreten Bedürfnissen angepasste Lösung zu finden. Eine solche Vereinbarung kann sowohl vor Eheschließung als auch im Laufe der Ehe einvernehmlich geschlossen werden.

Die Eheleute haben es somit selbst in der Hand, selbstverständlich im Rahmen des gesetzlich Zulässigen, vorab die Folgen der Scheidung zu regeln und einen fairen Ausgleich zu finden. Die einzelnen vertraglichen Regelungen sollten dabei durch einen Anwalt für Familienrecht formuliert werden.

Gute Gründe für den Abschluss eines Ehevertrages:

  • So kann ein Unternehmen des Ehepartners einen erheblichen Marktwert haben, ohne jedoch über entsprechende liquide Mittel zu verfügen. Folglich bedroht ein Ausgleichsanspruch des Ehegatten im Rahmen der Scheidung das Unternehmen dann in seiner Existenz. Im Ehevertrag kann hier bspw. die Herausnahme des Unternehmens aus dem Zugewinn vereinbart werden (sog. modifizierter Zugewinnausgleich).
  • Wenn ein Ehepartner über ein beträchtlich höheres Einkommen verfügt, entsprechen die gesetzlichen Unterhaltsregeln möglicherweise nicht den tatsächlichen Bedürfnissen, zumal wenn die Ehe nur von kurzer Dauer ist. Hier kann die Unterhaltshöhe durch Ehevertrag vorsorglich „gedeckelt“ werden.
  • Gerade Frauen haben immer häufiger ein berechtigtes Interesse an dem Abschluss eines Ehevertrages, da sie durch die Kindeserziehung nach einer Scheidung häufig schlechter gestellt werden als der Partner. Obwohl sie erziehungsbedingt jahrelang nicht mehr beruflich tätig war, kann trotzdem die Pflicht bestehen, frühzeitig wieder tätig zu werden. Durch entsprechende Vereinbarung im Ehevertrag können solche Nachteile entscheidend vermieden werden.
  • Bei Ehepartnern mit unterschiedlichen Nationalitäten kann im Ehevertrag eine Rechtswahl im Hinblick auf das anwendbare Scheidungsrecht im Fall der Fälle vereinbart werden.
  • Anstelle der gesetzlichen Regelung, wonach die Rentenanwartschaften vereinfacht ausgedrückt geteilt werden, besteht die Möglichkeit, mittels des Ehevertrags eine Regelung im Hinblick auf die Durchführung des Versorgungsausgleichs zu treffen. So kann die Durchführung des Versorgungsausgleichs wechselseitig ganz ausgeschlossen oder bspw. einzelne Anwartschaften (Betriebsrente) herausgenommen werden.

Ein Ehevertrag kann somit eine wertvolle Absicherung für die Zukunft darstellen. Der Fachanwalt für Familienrecht aus Bonn berät die Ehepartner umfassend, welche Möglichkeiten in ihrem Fall konkret bestehen und sinnvoll sind.

Anfahrt zur Rechtsanwaltskanzlei von Preuschen in Bonn

Öffentliche Verkehrsmittel
Unsere Kanzleiräume liegen zentral im Zentrum von Bonn. Mit den Straßenbahnlinien 61, 62 und 66 fahren Sie bis Haltestelle Stadthaus. Die Busse der Linie 620, 625, 626 und 635 halten ebenfalls dort.

Erreichbarkeit mit dem Pkw
Über die Autobahnen A 555 bzw. A 565, Autobahnkreuz Bonn-Nord in Richtung Bonn-Stadtzentrum an nähe Stadthaus – Alexanderstraße. Es gibt viele Parkmöglichkeiten in den umliegenden öffentlichen Tiefgaragen.

3. Unterhalt

Anwalt Familienrecht Bonn - UnterhaltStreitigkeiten über die Zahlungen des Kindesunterhalts sind im Falle einer Trennung der Eltern eines der häufigsten Probleme. Grundsätzlich ist der Kindesunterhalt in zwei Bereiche unterteilt, dem Unterhalt für minderjährige Kinder und dem Unterhalt für volljährige Kinder. Die Höhe des Unterhalts richtet sich in der Regel nach der Düsseldorfer Tabelle, diese unterscheidet sowohl nach Alter des Kindes als auch nach Einkommen des Schuldners. Ein weiteres und häufig auftretendes Problem bei Scheidung ist die Verpflichtung der Ehegatten zur gegenseitigen Unterhaltsgewährung, dem sogenannten Ehegattenunterhalt. Hier gibt es verschiedene Modelle, wie den Nachehelichen Unterhalt oder den Trennungsunterhalt.

Kindesunterhalt

Der nicht betreuende Elternteil schuldet grundsätzlich Kindesunterhalt in Form des Barunterhalts. Die Höhe richtet sich dabei nach der sog. Düsseldorfer Tabelle. Die Düsseldorfer Tabelle besteht aus 10 Einkommensstufen und vier Altersabschnitten. Sie ist grundsätzlich auf zwei Unterhaltsberechtigte ausgelegt, so dass sich bei mehr oder wenigeren Unterhaltsberechtigten eine Ab- oder Hochstufung ergeben kann.

Voraussetzung ist die Bedürftigkeit des Unterhaltsgläubigers und Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners.  Ausschlaggebend ist nur das sog. bereinigte Nettoeinkommen. Dies ist aber nicht mit dem ausgewiesenen Nettobetrag auf der Lohnabrechnung zu verwechseln! Vielmehr müssen sämtliche unterhaltsrelevanten Abzugspositionen zum Abzug gebracht werden. Es bietet sich daher unbedingt an, eine genaue Unterhaltsberechnung durch einen Anwalt für Familienrecht durchführen zu lassen.

Trennungsunterhalt

Für die Zeit bis zur Rechtskraft der Scheidung steht dem wirtschaftlich schwächer gestellten Ehepartner ggf. Trennungsunterhalt zu. Dieser richtet sich grundsätzlich nach den Einkünften, die beide Ehegatten während der Ehe erzielt haben. Der Unterhaltsberechtigte soll während der Trennungszeit einen ähnlichen Lebensstandard haben, wie während der Ehe.

Dabei steht jedem Ehepartner grundsätzlich die Hälfte des verfügbaren Gesamteinkommens zu. Wobei derjenige, der arbeitet, einen Erwerbstätigenbonus in Höhe von einem Siebtel des Einkommens erhält. Voraussetzung für den Anspruch auf Trennungsunterhalt sind u.a. Bedürftigkeit des Unterhaltsgläubiger und Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners. So steht dem arbeitenden (erwerbstätigen) Unterhaltsschuldner ein Selbstbehalt von derzeit 1.200,00 € zu.

4. Sorgerecht

Anwalt Familienrecht Bonn - SorgerechtSorgerecht bedeutet, dass Eltern sowohl verpflichtet als auch berechtigt sind, für ihr minderjähriges Kind und dessen Vermögen zu sorgen. Dabei umfasst die Personen- und Vermögenssorge alle körperlichen, geistigen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen des Kindes. Eltern können nicht auf das Sorgerecht verzichten, da es sich nicht nur um ein Recht handelt, sondern auch um eine Pflicht.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass bei Trennung und Scheidung zwangsläufig eine Neuregelung der elterlichen Sorge (Sorgerecht) erfolgen muss. Grundsätzlich steht den Ehepartnern vor und auch nach der Ehe die gemeinschaftliche elterliche Sorge zu. Die Scheidung ändert somit im Regelfall nichts an dem geteilten Sorgerecht. Keine Regel ohne Ausnahme: Im Einzelfall kann diese 50% Regelung abgeändert und die elterliche Sorge anders verteilt werden. Bei schwerwiegenden Gründen kann es dabei auch zu einer vollständigen Entziehung des Sorgerechtes für einen Elternteil kommen. Eine solche Entscheidung durch das Familiengericht orientiert sich dabei stets an dem Kindeswohl.

Weitere Themen im Familienrecht der Rechtsanwaltskanzlei von Preuschen in Bonn

Umgangsrecht

Trennen sich die Eltern, hat dies oftmals erhebliche Auswirkungen für die Kinder. Der Lebensalltag zwischen Eltern und Kindern muss neu geregelt werden, insbesondere der nicht betreuende Elternteil sieht seine Kinder in der Regel nunmehr weniger als zuvor. Wie eine solche Umgangsregelung letztlich aussieht spielt eigentlich keine große Rolle, solange sie funktioniert und dem Kindeswohl nicht widerspricht. Im Interesse der Kinder sollte hier eine schnelle Regelung getroffen werden, die von beiden Eltern mitgetragen wird.

Können sich die Eltern hinsichtlich des zukünftigen Umgangs nicht einigen, muss der umgangsberechtigte Elternteil mit Hilfe des Anwalts für Familienrecht einen Antrag auf Regelung des Umgangs vor dem Amtsgericht/Familiengericht stellen. Hier besteht ggf. auch die Möglichkeit eines Eilverfahrens im Wege des Erlasses einer einstweiligen Anordnung auf Gewährung von Umgangskontakten.

Im Sorge- und Umgangsrecht geht es hauptsächlich darum, festzulegen, wer seinen Lebensalltag mit dem betroffenen Kind verbringen darf. Oftmals werden für das Kind wegweisende Entscheidungen getroffen, die sehr emotional und einschneidend sind. Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist im Sorgerecht vorrangig das Kindeswohl, welchem die (familiengerichtlichen) Entscheidungen zumeist untergeordnet werden.

Sorgerecht: Die grundlegende Verteilung

Die grundlegende Verteilung des Sorgerechtes sieht folgendermaßen aus: Ehepartnern steht während und nach der Ehe grundsätzlich das gemeinsame Sorgerecht zu. Anders sieht es bei nicht verheirateten Partnern aus: Dort verfügt grundsätzlich die Mutter über das Sorgerecht; der Vater kann jedoch unter gewissen Voraussetzungen ein gemeinsames Sorgerecht beantragen. Seit 2017 ist mit dem sogenannten „Wechselmodell“ auch eine gleichmäßige Verteilung des Sorgerechtes möglich, wenn die Elternteile getrennt voneinander leben.

Je nach Einzelfall können diese grundliegenden Regelungen jedoch außer Kraft gesetzt werden und die elterliche Sorge anders verteilt werden. In problematischen Fällen kann es mit schwerwiegenden Gründen durchaus auch zu einer vollständigen Entziehung des Sorgerechtes für ein Elternteil kommen. Über die endgültige Verteilung entscheidet am Ende das zuständige Familiengericht.

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